Rund um meine Schottlandreise gibt es einiges zu erzählen. Diesmal beschränke ich mich aber auf das was einen auch dann interessiert, wenn man nicht gerade selbst plant einen solchen Trip zu machen: die Reise an sich. Also wo ging es hin nach der Landung in Edinburgh und der ersten Nacht in Perth? Im letzten Bericht rund um das vorwärts kommen in Schottland sind wir am Dunnotar Castle stehen geblieben.

Trohnt einsam auf einem Felsen – Dunnotar Castle

Innenhof des Dunnotar Castle

Bucht am Dunnotar Castle

Schon auf den Fotos vom letzten Mal konntet ihr vielleicht das größte Paradoxon meiner Reise entdecken. Und das macht sich auch auf den Bildern vom Dunnotar Castle bemerbar. Eine Burgruine auf einem der Küste vorgelagerten Felsen. Mitten im Meer sozusagen und umgeben von tollen, steilen Klippen. Und im Hintergrund? Blauer Himmel. Ja richtig. Wie die meiste Zeit. Aber in Schottland regnet es doch ständig? Das zumindest hört man im Vorhinein immer und überall. Nicht jeden Tag den ganzen Tag, aber doch eigentlich regelmäßig. Es sei denn man bucht so wie ich die Variante „Schottland trocken“ und erlebt abgesehen von einem Regentag und vereinzelten Schauern, meist Frühmorgens, höchstens mal bewölkten Himmel und Wind. Und sonst nur besagten blauen Himmel. Hat mir ja keiner geglaubt, vor allem weil es zeitgleich  Zuhause ordentlich geregnet hat.

Blauer Himmel?! Ja, blauer Himmel!

Dieses Wetter fanden selbst die Schotten ungewöhnlich und man merkte auch, dass das Land dringend Wasser notwendig hatte. Viele Wasserfälle führten wenig Wasser oder waren gar ganz versiegt. Ich fand es super und sehr passend um den ganzen Tag draußen zu verbringen, auch wenn ich für Regenwetter ausgestattet war (mehr zu meiner Ausstattung dann beim nächsten Mal).

Die Bilder vom Dunnotar Castle hätten mit Wolken und Sturm sicherlich viel stimmungsvoller und beeindruckender ausgesehen. Aber auch ohne war es einen Besuch wert. Es kostet ein paar Pfund Eintritt (ach ja, Pfund. Andere Währung – denkt dran zu wechseln oder, so wie ich, direkt nach der Ankunft Pfund abzuheben), aber die war es wert. Man kann die ganze Ruine begehen und auch das umliegende Gelände ist toll. Ein Raum ist komplett restauriert und gibt ein bisschen einen Eindruck wie es gewesen sein muss, als es noch keine Ruine und bewohnt war.

Wandern rund um Ballater

Whisky! an der Glenfiddich Distillery

Vom Dunnotar Castle ging es nach Aberdeen, um einen Schlafplatz und Abendessen zu suchen. Die Stadt selbst erkundete ich am nächsten Morgen zu Fuß, inklusive einem Besuch im Aberdeen Maritime Museum. Wie bei so vielen Museen war hier der Eintritt frei und wie so oft war der Schotte der einen dort begrüßte total freundlich und hilfsbereit. Die Ausstellung rund um Schifffahrt und Ölbohrungen fand ich auf jeden Fall einen Stopp wert. Und auch die restliche Stadt war schön, um einfach ein bisschen zu schlendern.

Von Aberdeen schlugen wir einen vermutlich eher ungewöhnlichen Weg ein, denn ich wollte noch Richtung Cairngorms National Park. So hielten wir im Städchen Ballater und erkundeten die Umgebung zu Fuß. Ein schöner Ausgleich zur Stadt. Von da aber dann wieder weiter nördlich nach Dufftown mitten in „Speyside“ einer Whisky Region Schottlands. Ein kleiner, wirklich kleiner Ort, der gefühlt nur zwei Restaurants/ Pubs und einen Supermarkt hatte, aber gleichzeitig einen guten Ausganspunkt für ein bisschen Whisky Weiterbildung bildete. Gleich um die Ecke liegt die Glenfiddich Distillery. Von dem Whisky kann man halten was man mag, aber die Führung dort war toll, richtig gut aufgezogen. Erwischt man dann noch einen freundlichen, älteren, urig schottischen Führer, dann macht es doppelt Spaß. Und weil oft gefragt, ja man versteht die Schotten mit ihrem tollen Akzent. Sie bemühen sich aber auch sicherlich, wenn sie mit Nicht-Schotten reden.

Whisky und der Explorer Pass – Speyside

Sogar für Fahrer wurde bei der Abschließenden Verkostung gesorgt, denn ich bekam ein Fläschchen mit nach Hause, da ich vor Ort keinen trinken konnte. Bucht man die Führung nicht im Vorhinein kann es durchaus sein, dass man mal etwas warten muss – gleich um die Ecke (also Fußläufig) ist eine kleine Burgruine. Das Balvenie Castle hat einen großen Vorteil. Es gehört mit zu den Sehenswürdigkeiten, die man mit dem Explorer Pass besuchen kann. Den wir uns dann da auch direkt gekauft haben.

Was das ist? Ein Ticket, bei dem man einen festen Preis zahlt und dann an einer festen Anzahl von Tagen alle zu der Organisation gehörenden Sehenswürdigkeiten besuchen kann. Wer sich ein bisschen für so etwas interessiert, dem würde ich den Pass definitiv ans Herz legen. Nicht nur weil man sich Geld sparen kann (Edinburgh und Stirling Castle, die den teuersten Eintritt haben sind nämlich auch mit dabei), sondern vor allem, weil man Schlösser und andere Dinge besucht die man sich sonst vielleicht sparen könnte. Schon wieder 5 Pfund Eintritt? Hierfür nochmal 6? Ist es das überhaupt wert? Völlig egal, man macht es einfach. Und so habe ich ein paar wirklich tolle Orte besucht, die ich mir sonst verkniffen hätte. Was ich sonst noch mit dem Pass besucht habe werdet ihr im Laufe der Berichte erfahren.

Von Elgin nach Inverness – auf in die Highlands

Auf dem Weg nach Elgin kommt man dann quasi direkt an der Speyside Cooperage vorbei. Dort kann man sich anschauen wie die Fässer für den Whisky im Akkord hergestellt bzw. aufbereitet werden. Zig weitere Distillierien kann man hier besichtigen, ich war nur noch bei Glen Morray, weil es praktisch lag. Da wir hier nur zu zweit eine Führung bekommen haben war es das auch auf jeden Fall wert. Ist man in Elgin muss man auch unbedingt einen Stopp bei der Elgin Cathedral einlegen. Die Ruine einer einstmals vermutlich sehr eindrucksvollen Kathedrale. Die beiden Türme am Eingang können auch bestiegen werden und von oben hat man einen tollen Ausblick. Der Eintritt ist im Explorer Pass enthalten.

Wie im Mai alles blüht! Blick auf die Türme der Elgin Cathedral

Der Fünferzopf auf dem Weg durchs Tor

Blick vom Turm über die gesamte Ruine der Kathedrale

Von Elgin ging es nach Inverness. Für mich als Outlander Fan ein Muss, aber eigentlich auch für jeden anderen. Eine süße, kleine Stadt direkt am Fluss Ness (die Ness Inseln im Fluss eignen sich übrigens toll für einen Spaziergang, wenn man ein bisschen aus dem Zentrum der Stadt raus will, genauso der botanische Garten in Inverness). Auf dem Weg dahin merkt man an einer Sache ganz genau, dass man in die Highlands kommt – die Straßenschilder sind auf einmal zweisprachig, Englisch/ Gälisch. Und außerdem werden die Schilder die vor Geschwindigkeitskontrollen warnen immer seltener. Wirklich, in der „südlichen“ Hälfte Schottlands sieht man die überall, während ich sie im Norden kein einziges Mal entdecken konnte.

Rund um Inverness gibt es zig Dinge zu erkunden die man natürlich in beliebiger Reihenfolge besuchen kann. Zum Beispiel die Clava Cairns, das einzige was einem Steinkreis bei Inverness am nächsten kommt. Die Steinkreise aus der Serie Outlander existieren ja nicht wirklich und waren nur Styropor Modelle. Am Culloden Battlefield habe ich nur kurz angehalten, das Museum soll gut sein, aber man erfährt auch im Fort George einiges über die Geschichte Schottlands rund um diese Schlacht. Das liegt eben auch ganz nah und kann mit dem Explorer Pass besucht werden. Den kostenlosen Audioguide unbedingt mitnehmen bei der Erkundung dieser Militäranlage die bis heute benutzt wird. Nicht nur, weil die Kopfhörer bei Wind die Ohren warm hält (nicht lachen, wirklich ernst gemeint), sondern auch weil man von dieser großen Anlage sonst glaube ich einiges verpasst. Und eben weil der Guide einem viel über die Geschichte Schottlands erzählt.

Fort George und Loch Ness

In Fort George habe ich Wolken und stürmische Winde erlebt, was die große Anlage mit ihrem breiten Wall (den man übrigens komplett begehen kann) noch dramatischer macht. Neben Autos die durch den Hof fahren (da wie gesagt heutzutage Soldaten dort wohnen) kann man alte Kanonen, Mörser und dergleichen sehen.

Fort George – heutzutage sind hier die Highlander stationiert, wird also nach wie vor vom schottischen Militär genutzt

 

In Deutschland undenkbar – hier wäre so etwas hochgradig abgesperrt. In Schottland reicht ein einfaches Warnschild (mehrfach so gesehen)

Von Inverness aus kann man auch gut einen Abstecher nach Loch Ness und das Urquhart Castle machen. Aber stellt euch auf Touristen ein. Die Burg ist nicht völlig überlaufen, aber nach den bisherigen Stopps, auf denen wir nur wenigen Touristen begegneten, war schon der Parkplatz am Schloss ein kurzer Schock. Aber bei mediterranem Flair (einfach weil der Himmel so blau war, die Sonne so schön gescheint hat und daher auch das Wasser so tief blau war) lässt sich das gut aushalten. Auch dieser Eintritt ist im Explorer Pass enthalten. Aber auch sonst kann man an diesem großen Loch wunderbar einfach irgendwo anhalten und eine kleine Pause am Wasser machen. Oder eine Bootsfahrt mit Informationen rund um Nessie, die leider bei meinem Besuch schüchtern war und sich nicht gezeigt hat.

So, schwirrt euch schon der Kopf von so vielen Stationen? Mir auch. 16 Tage für Schottland ist auch Wahnsinn und viel zu kurz, war ja von vorneherein klar. Aber eben besser als nichts. Von Inverness ging es für mich weiter in den Norden. Aber dazu mehr im nächsten Teil! Tatsächlich bin ich, wie schon beim schreiben der Sri Lanka Berichte, fasziniert wie gut ich mich noch an alle Details erinnern kann. Um aber auch in Zukunft nichts zu vergessen, habe ich immer dieses kleine Büchlein in der Tasche und verwende es als Reisetagebuch. War schon in Sri Lanka dabei – hinterher kann man die Einlage einfach rausnehmen, aufheben und eine neue einlegen für die nächste Reise!

Wollt ihr zu irgendwas noch mehr Wissen? Wart ihr selbst und habt für diesen Teil der Route ein paar Geheimtipps oder Must-Dos? Denn irgendwann komme ich garantiert nochmal zurück nach Schottland.

Lasst euch gerne in den Kommentaren aus!

Der Ginster blüht im Mai überall in Schottland! So auch hier am Loch Ness.

Urquhart Castle am Loch Ness

 

Bilder sind diesmal zu 90% mit meiner geliebten Canon EOS 700D zusammen mit meinem neuen Weitwinkel Canon EF-S 10-18mm entstanden. Ein Traum für all die Kirchen und Burgen!

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