Mit großem Cliffhanger gestartet und jetzt geht es endlich los mit den Schottlandberichten. Oder? Erstmal müssen wir entscheiden, wie wir überhaupt reisen wollen. Erstmal meine Gedanken zur Fortbewegung und meine Unterkunftshighlights. Untermalt mit Reisefotos und ein paar Erzählungen zu meinem ersten Tag. Schottland, here we go!

*english translation will follow, promised!*

16 Tage voller Erlebnisse und Abenteuer. Wieder frage ich mich, wo ich anfangen soll. So wie beim Bericht über Sri Lanka möchte ich auch diesmal mehr nieder schreiben, als nur ein Reisetagebuch. „Wieso Schottland“ habe ich schon im ersten Beitrag erörtert, aber darüber hinaus schwirren mir auch andere Themen durch den Kopf. Angstfaktor Linksverkehr und wie ticken die Schotten so? Was gibt’s zu essen und wie bewegt man sich am besten fort?

Mit dem letzten möchte ich durchstarten. Denn, ganz klar, das ist gleich nach dem „Wann“ eins der ersten Dinge die man entscheiden muss. Daher meine Gedanken zu verschiedenen Möglichkeiten Schottland zu bereisen. Nicht weil ich sie alle ausprobiert habe, sondern weil ich mir unterwegs oft Gedanken dazu gemacht habe. Nochmal zur Erinnerung: ich persönlich war mit einem Mietwagen unterwegs.

Wandern ist in Schottland ein muss

Schottland zu Fuß

Vorab habe ich auf einigen Reiseblogs darüber gelesen und auch während der Reise sind mir ein paar begegnet: zu Fuß durch Schottland, das heiß Rucksack auf und los. Ganz unabhängig davon, ob man nun die ganze Zeit mit seinem Rucksack durch die Gegend ziehen will oder nicht – Schottland zu Fuß ist sehenswert! Und da campen überall erlaubt ist kann man prima Halt machen, wenn die Tagesetappe geschafft ist. Lediglich das (angeblich) so regnerische Wetter kann nach gewisser Zeit sicherlich unangenehm werden. Warum angeblich? Weil ich in 16 Tagen nur einen Regentag hatte! Empfehlenswert fände ich hier vor allem eine Wanderung im Nordwesten. Unberührte und wunderschöne Berge.

Davon abgesehen ist wandern ein muss in Schottland! Ich bin unzählige Stunden durch die Gegend gelaufen und habe es so genossen!

Auf dem Rad

Die nächste Stufe ist dann eine Tour mit dem Fahrrad. Die Reichweite ist hier deutlich größer als zu Fuß, man kann also viel mehr sehen, auch wenn man beim Radeln vermutlich nicht ganz so viel Zeit hat die Umgebung zu genießen. Gerade im Nordwesten habe ich viele Radfahrer gesehen und die Gegend dort macht wirklich Lust dazu. Mich würde es nur stören, immerzu auf den Hauptstraßen zu fahren und ständig Autos im Nacken zu haben. Ich habe mich aber auch nicht weitergehend damit beschäftigt, ob es nicht vielleicht schöne Fahrradwege als Alternativen gäbe, sondern denke hierbei eben an die, die ich im Auto überholt habe.

Ich weiß aber auch, dass nicht alle im Urlaub so sportlich sein wollen oder können. Trotzdem wollte ich das mal erwähnt haben und gehe jetzt über zur motorisierten Fortbewegung.

Camping mit Wohnwagen oder Zelt

In Schottland ist es fast überall erlaubt mit seinem Wohnwagen über Nacht stehen zu bleiben oder irgendwo sein Zelt aufzuschlagen. Oft genug bin ich an entsprechenden Wild-Campern vorbei gekommen. Und es wirkte ausgesprochen reizvoll. Keine lästige Suche nach Übernachtungen, man ist absolut frei in der Reisegestaltung – hier gefällt es mir? Dann bleibe ich. Die Entfernung unterschätzt und eigentlich schon zu müde? Dann halte ich eben früher an und verschiebe das Tagesziel. Außerdem kann man an so schönen Flecken übernachten und mit atemberaubendem Ausblick schlafen gehen und aufwachen. Im Hinblick auf den Komfort muss man im Vergleich zur Bed & Breakfast Alternative natürlich Abstriche machen.

Und noch etwas verpasst man – eben diese Bed & Breakfasts. Die Schotten die sie führen, den Kontakt zu ihnen und die Geheimtipps die sie einem geben.  Einer der größten Pluspunkte für die nächste Möglichkeit.

Nicht unerwähnt möchte ich auch folgendes lassen: auf vielen Straßen hätte ich nicht mit einem großen Wohnmobil fahren wollen, einmal wurde sogar explizit darauf hingewiesen, dass die Straße nicht für Trucks, Busse und Camper geeignet ist. Überlegt also wo ihr hin wollt. Umso weiter im Norden und umso weiter an der Küste entlang ihr fahrt, umso kleiner werden auch die Straßen. Ich habe das stellenweise gefilmt und vielleicht schaffe ich es auch euch das mal zu zeigen. Die Küstenstraße aus nördlicher Richtung nach Lochinver war in der Hinsicht sicherlich was Besonderes! Mehr dazu wenn es soweit ist.

Single Track Road – typisch vor allem im Norden

Roadtrip mit dem Auto

Das kann ich uneingeschränkt empfehlen. Schaut lediglich, dass ihr den Mietwagen von Zuhause und vorab bucht und euch ein bisschen mit den Versicherungsbedingungen auseinander setzt. Beim Abholen hat die nette Dame nämlich direkt versucht mir ein größeres, teureres Auto und vor allem noch zusätzliche Versicherungen aufzuschwätzen. Blöd für sie, dass ich über den Anbieter bei dem ich gebucht hatte schon für alle Fälle versorgt war und damit deutlich billiger weg kam (zum Vergleich: Mein Mietwagen hat 25€ pro Tag gekostet, all inklusive. Die vor Ort angebotene Versicherung lag bei etwa 23 Pfund pro Tag).

Entgegen meines ersten Gedanken entschied ich mich gegen die Kompaktklasse, griff ein bisschen tiefer in die Tasche und war zwei Wochen mit einem Astra unterwegs. Ich fand das eine lohnende Investition, weil man zumindest tagsüber ja auch im Auto wohnt.

Größter Nachteil ist hier das selber fahren. Linksverkehr kann beängstigend wirken, wenn man es nicht gewohnt ist (war aber tatsächlich weniger schlimm) und viel Fahrerei könnte den ein oder anderen abschrecken. Dafür überwiegen für mich die Vorteile. Flexibel kann man überall hin und jederzeit anhalten. Und man kann jeden Menge Zeug im Auto lagern. Ihr wisst ja für was ich mich entschieden habe, aber je nach Wünschen und Vorstellungen könnte die Wahl auch auf etwas anderes fallen. Mehr Details zu meinem Roadtrip folgen in den nächsten Beiträgen

Oder doch mit dem Bus?

Außerdem hat jemand von euch mir erzählt, er hätte Schottland mit dem Bus bereist. Ich denke auch das geht ganz gut – in Irland war ich mit dem Bus unterwegs und erinnere mich, dass das Ganze recht günstig war. Auch in Edinburgh habe ich das Busnetz genutzt und war begeistert, wie gut hier die Verbindungen sind. Ist einerseits vermutlich entspannter als mit dem Auto, weil man nicht selbst fahren muss, aber dafür ist man auch weniger flexibel. Ich habe so oft einfach irgendwo angehalten und den Ausblick genossen und ganz oft spontan irgendwelche Sehenswürdigkeiten besucht (die mit den braunen Schildern ja wirklich überall angeschrieben sind), das wäre in einem Bus natürlich nicht gegangen. Flexibilität und Tempo sind hier sicherlich die größten Nachteile. Aber wie immer hat eben alles zwei Seiten. In Edinburgh war ich froh, dass ich keine Parkplätze suchen musste.

Blick über Perth und den Fluss Tay

Perth

Bread & Beakfast oder Übernachtungsmöglichkeiten

Anekdote: Wenn man es nur oft genug sagt, wir aus Bed & Breakfast ganz leicht mal Bread & Beakfast.

In Schottland hat man verschiedene Alternativen: Hostels, Hotels oder eben besagte B&Bs. Letzteres war mir das liebste. Hier gibt es immer wieder Zimmer mit Gemeinschaftsbad, aber immer mehr auch mit eigenem, also „en-suite“ Badezimmer. Hostels waren diesmal keine Option auf meiner Reise.

Ich wollte vorab eigentlich nichts buchen, denn wer kann schon ahnen wie schnell man vorwärts kommt oder wo es einem besonders gut gefällt. Viele Stimmen haben mich vor der Reise darin bestätigt und gesagt, dass es ganz easy ist in Schottland vor Ort etwas zu finden. Das kann ich leider nicht ganz bestätigen. Tatsächlich habe ich das zunächst versucht und wurde mehrmals schief angeschaut „warum haben Sie nicht vorher gebucht?“ oder musste recht horrende Preise akzeptieren. In gewissen Gebieten hätte man vor Ort wirklich so gut wie nichts mehr gefunden. Also bin ich dazu über gegangen immer ein paar Tage im Voraus zu planen. Auch weil wir immer den ganzen Tag unterwegs waren und es spät abends natürlich nochmal extra schwer ist eine Übernachtung zu finden. Das hat aber auch dazu geführt, dass ich in ein paar ganz unglaublichen Unterkünften war.

Ganz klar, Booking ist dafür die beste Anlaufstelle. Aber ich will euch auch Air Bnb unbedingt ans Herz legen. Das waren zwei der coolsten Zimmer überhaupt! (Erstellt ihr euch über meinen Link hier ein Profil bekomme ich übrigens lediglich ein bisschen Zuschuss für die nächste Buchung)

Hier mal meine Hitliste der Unterkünfte:

  • Alex und Sean Air BnB – abseits gelegen, aber absolut traumhaft schön und idyllisch! Liebe Leute und ein wundervolles Zimmer
  • Inverness bei Natasha – wunderschönes Zimmer, freundlicher Host, aber auch etwas abseits
  • Perth New County Hotel – sehr günstiges Zimmer, mit allem notwendigen, aber super gutes Frühstück!
  • The Bridge B&B Skye – teuerste Unterkunft, aber mit Abstand die geilste! Direkt am Meer, idyllisch und mitten im Nirgendwo. Ganz neue und komfortable Zimmer und tolles Frühstück.

Der Rest war gut, aber eben nicht so besonders wie diese Unterkünfte.

Glamis Castle

Glamis Castle Gardens

So, jetzt hab ich den Salat. Ewig geschwafelt und noch nichts von der Reise erzählt. Aber ein bisschen muss noch sein. Gelandet bin ich in Edinburgh und von da aus gleich weiter nach Perth. Süße kleine Stadt, die perfekt war um ein wenig anzukommen, die aber an einem Dienstagabend wirklich ausgestorben war. Besonders schön fand ich die Gegend rund um den Fluss Tay, wenn man aus dem Stadtkern über die Brücken ans andere Ufer geht und von da den Blick genießt.

Wenn ihr hier seid, schaut euch den Scone Palace an, der schließt riesige Gartenanlagen mit ein. Das habe ich aufgrund der Öffnungszeiten leider nicht geschafft, fand ich aber durchaus reizvoll.

Dafür war ich am und im Glamis Castle. Durch diese Gärten kann man auch ein paar Stunden spazieren. Und auch die Führung durch das großteils noch bewohnte/ genutzte Schloss war interessant. Dann ging es weiter an der Küste entlang, vorbei an Dundee Richtung Aberdeen zum Dunnotar Castle. Aber mehr dazu im nächsten Teil…

Blick aufs Dunnotar Castle

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