From Ella with Love

Translation at the end!

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Diesmal keine sonstigen Gedanken, nur ein schnöder Reisebericht von der nächsten Etappe. Am Ende werdet ihr wissen wieso. Kommen wir also zum Hochland von Sri Lanka. Auf dem Weg dorthin wurde ich mehrfach gewarnt, ich käme jetzt in den kalten Teil Sri Lankas. Ich habe immer nur müde gelächelt und gefragt ob sie sich vorstellen können wie sich minus zehn Grad anfühlen. Tatsächlich entpuppte sich kalt als „naja ungefähre 25 bis 30 statt 30 bis 38 Grad“. Meine Übernachtungsmöglichkeit rühmte sich mit „hot water shower“ was mich kurz staunen ließ, denn wirklich gebraucht hatte ich heißes Wasser bis dahin nie wirklich.

Welcome to Ella

Von Arugam Bay nach Ella wollte ich eigentlich mit dem Bus, dafür hatte ich etwa sechs Stunden eingeplant. Ja die Reisegeschwindigkeit in Sri Lanka ist gering, selbst mit dem Zug kann man von etwa 30 km/h ausgehen. Trotzdem fand ich Reisen immer sehr entspannt. Manchmal muss man aber auch einfach Glück haben, denn während ich auf den Bus wartete gabelte mich ein Taxi auf. Der Fahrer war auf dem Weg um jemanden aus Ella abzuholen und wollte natürlich nicht leer fahren. Gute Verhandlungsposition für mich, vor allem da ich ja als Alternative den Bus hatte. Ich fuhr also für ein Drittel des zuerst angesetzten Preises (etwa das was mich auch der Bus gekostet hätte – von meinem Spaß an Verhandlungen hab ich euch ja schon erzählt) in meinem persönlichen Taxi in weniger als drei Stunden nach Ella und sah auf dem Weg auch noch wilde Elefanten, Pfauen und dergleichen.

Blick übers Tal vom Little Adam’s Peak

Also kam ich an und hatte noch den ganzen Tag, den ich eigentlich für die Reise geplant hatte zur freien Verfügung. Den nutzte ich dann um den Little Adam’s Peak zu ersteigen (was für eine Aussicht) und eine Teefabrik zu besuchen. Und vom allerersten Moment war mir klar, wie verliebt ich in diesen Ort, dieses Tal war. Überall Berge und Hügel in tollen Formen und saftig grüne Flora, Palmen, Bäume und vor allem überall Tee! Wer sich für sowas nicht begeistern kann (was vollkommen in Ordnung ist), braucht jetzt nicht weiter zu lesen, denn es folgen nur noch Schwärmereien und Berichte über meine Wanderungen. Wer zu Fernweh neigt sollte vielleicht auch hier stoppen, denn ich bekomme jetzt schon wieder so ein ziehen im Bauch. Ich war so verliebt in die Gegend um Ella, dass ich wieder zurück Zuhause erstmal enttäuscht war vom Blick auf die Alpen, die mir vergleichsweise so langweilig vorkamen. Und das obwohl ich mich dafür eigentlich sehr begeistere.

Tee, überall Tee!

Auf dem Ella Rock

Am ersten Morgen stand ich also noch vor dem Sonnenaufgang auf um den Ella Rock zu besteigen, den ich übrigens direkt aus meinem Zimmer sehen konnte. So früh, um rechtzeitig oben zu sein, denn ab mittags ziehen meist Wolken auf, die die Aussicht schmälern. Außerdem ist es dann noch nicht so heiß, man kann den wundervollen Sonnenaufgang genießen und, was ich unterwegs feststellte, es ist viel weniger los. Auf meinem Rückweg kamen mir nämlich massenweise Leute entgegen, wohingegen ich die Aussicht oben am Berg fast ganz alleine genießen konnte.

Der Weg beginnt entlang der Zugschienen, was zunächst ein mulmiges Gefühl ist. Aber wenn man weiß wie schnell der Zug für gewöhnlich fährt ist einem klar, dass man definitiv genug Zeit hat, sich in Sicherheit zu bringen. Außerdem begegnen einem auf dem Weg Schulkinder und jede Menge Menschen, das Ganze wirkt wie ein Hauptverkehrsweg. Wenn man sich vorher über den Weg hinauf informiert, lernt man im Prinzip zwei Dinge: lass dir keinen Guide aufschwätzen und alle Wege führen nach oben. Quasi jeder sagt einem, dass der Weg den man nimmt doch falsch sei, führt einen dann „richtig“ und möchte oben angekommen eine ziemlich überhöhte Gebühr. Aber ganz ehrlich, es gibt eigentlich keinen falschen Weg. Ich kann das sagen, denn ich bin auf dem Hochweg ein wenig alleine herumgeirrt und habe trotzdem den richtigen Gipfel gefunden. Solange man die Abzweigung von den Gleisen nach links findet, kann man nicht mehr falsch gehen. Ich würde trotzdem raten direkt nach der Brücke, über die man dann geht, nach links abzubiegen. Dieser Weg ist eindeutig und führt direkt nach oben. Ich ging nach rechts und brauchte eben etwas länger. Sehe ich aber nach dem Motto Umwege erweitern die Ortskenntnis, einfach immer weiter laufen. Oben angekommen hat man sowieso direkt alles vergessen, wie schon am Tag zuvor am Little Adam’s Peak. Ein steiler Aufstieg? Was, es war mühsam? Ich kann mich nicht erinnern. Ich weiß nur wie wundervoll der Blick über das Tal war, mit den zwischendrin aufziehenden Wolkenfetzen, ein bisschen Wind und Sonnenschein.

After sunrise on the way up

An den Gleisen entlang

Blick vom Ella's Rock auf den Little Adams Peak

Blick vom Ella’s Rock auf den Little Adams Peak

Genug geschwärmt, wenn ihr in Ella seid solltet ihr auch einen Kochkurs im „Ella Spice Garden“ in Betracht ziehen. Das hat so viel Spaß gemacht, man bekommt Rezepte zum Mitnehmen und kann so ein kleines bisschen Urlaub mit nach Hause bringen. Außerdem lernt man eine Menge und bekommt ein richtig gutes Reis und Curry.

An einem Tag habe ich Badulla besucht. Die Stadt war nicht unbedingt spektakulär, dafür umso mehr die Zugfahrt dorthin durch die Berge und die Tempelanlage. Durch einen Zufall wurde genau an diesem Tag ein geistlicher ernannt, was eine riesige Parade mit Tänzen und Musik bedeutete.

Außerdem habe ich dort einen Wasserfall besucht, die Dunhinda Falls. Ein gutes Stück zu Fuß außerhalb von Badulla (etwa 5km), die man auch mit dem Bus zurücklegen kann. Der Weg an sich ist nicht besonders reizvoll und man muss sich ständig Tuk Tuks und dergleichen erwehren, die nicht glauben wollen, dass man wirklich zu Fuß gehen will. Den Rückweg habe ich dann auch mit dem Bus gemacht. Wirklich toll ist aber das letzte Stück bis zum Wasserfall, man läuft im Wald, am Berg entlang, Treppen rauf und runter und gelangt schließlich an den wunderschönen Wasserfall.

Duhinda Falls

Duhinda Falls

Zugfahren mit offenen Türen

Zugfahren mit offenen Türen

Und vom Highlight zum Tiefpunkt. Von Ella ging es nach Nuwara Eliya – ein Ort der angeblich wirklich toll sein sollte. Ich hatte nicht nur das Pech, dass es durchwegs geregnet hat und wirklich kalt war und mich auch keine Begeisterung für den Ort gepackt hat. Ich fand ihn im Gegenteil eher uneinladend und unsympathisch. Immerhin hatte ich wirklich liebe und unterhaltsame Begleitung in dieser Trostlosigkeit. Um nicht länger als notwendig dort bleiben zu müssen, entschied ich mich dagegen die Horton Plains und World’s End (eine Klippe im Nationalpark) zu besuchen. Auch weil ich nicht scharf darauf war im strömenden Regen durch den Park zu laufen und dann keine Aussicht genießen zu können aufgrund der Wolken. Ich nahm stattdessen gleich am nächsten Morgen den Bus nach Tangalle – die beste Entscheidung die ich hätte treffen können. Dass dann aber im nächsten Teil.

Der Ella Rock

Translation

This time there is nothing but a report about the next step of my journey. In the end you will know why. Now we reach the highlands of Sri Lanka. On my way there everyone warned me that this is the really cold part of the island. I just smiled and asked them if they know how it feels when there is minus ten degrees. Indeed cold turned out to be about 25 to 30 instead of 30 to 38 degree. The place where I stayed was advertised with hot water shower which irritated me for a second because I never needed hot water until then.

Initially I planed to go from Arugam Bay to Ella by bus and planned about six hours for this. Yes, travel speed is slow in Sri Lanka, even if you use the train it’s only about 30 km/h. Anyway travelling always felt really relaxing to me. But sometimes you just have to be lucky. While I was waiting for my bus a taxi came by and picked me up. The driver was on his way to get someone from Ella and of course he did not want to drive there empty. Good bargaining position for me, especially as I had the bus as an alternative. So he took me for one third of his initial price (about the money I would have paied for the bus – I already told you how much fun I had bargaining). I had my own personal taxi, it only took three hours and I saw a lot of amazing wild animals on the way like peacocks and elephants.

So when I arrived I had the whole day left I planned for travelling. I used this time to go up Little Adam’s peak (what a view!) and to visit a tea plantation and fabrication. The first moment I arrived there I fell in love. Everywhere hills, mountains in beautiful shapes and green everywhere – trees, palms and tea! If you’re not into things like this (which is totally fine) you can stop reading here because there will only be more enthusiasm about nature and hiking. If you’re likely to feel wanderlust you should maybe stop reading, too because I already feel that itchy feet. I was so in love with the area around Ella that I was disappointed when I came home and throw a first glimpse at the alps. Compared to Ella they looked so boring although I’m usually so enthusiastic about it.

 

On my first day I got up before sunrise to climb the Ella Rock which I could see out of my room by the way. I got up so early to be up there in time because it’s getting cloudy in the afternoon. Furthermore it’s not so hot and you can enjoy the beautiful sunrise. And I also realized that there are far less people. When I went back there were so so many hikers coming my way, while I could enjoy the view up there almost on my own.

The way starts along the train way which made me feel quite unpleasant in the beginning. But if you think about how fast the train goes usually you can be sure there is enough time to go out of the way. And you meet a lot of children on their way to school and a lot of other persons, it’s just like a main road. If you search about the way up before you get started you will learn two things: you don’t need a guide even if they will tell you so and every way leads up there. Almost everyone tells you that you are going the wrong way, wants to guide you the right way and wants a lot of money in the end. But honestly there is no wrong way. I can say this because I strayed around on my way up and manged to find the top anyway. As long as you find the right branch going to the left from the railway you can’t go wrong. But I would recommend to go left directly after you crossed the bridge that follows the branch. This way is easy and leads up there directly. I went right and needed a little bit more time to get up. But I always think like detours let you get to know more of the environment. Just keep on going. If you are up there you will forget about any stresses and strains you had along the way. Like it was the day before when I climed Little Adam’s Peak. A sharp climb? It was painful? I can’t remember anything like this. I only remember how breathtaking the view over the valley has been. Tis scenery with clouds and wind an sunshine made me forget everything else.

Enough enthusiasm for now. If you’re in Ella you should visit the cooking class in Ella Spice Garden. This was so much fun, you get recipes to take with you and can bring a little bit of Sri Lanka back home by this. You will learn a lot and have awesome curry in the end.

One day I went to visit Badulla. Ths city was not so special, but the trainride there was and also the temple next to the train station. I was lucky that there was some celebration that day with music, dancing and a big parade.

Furthermore I visited a waterfall outside from Badulla (about 5km), the Dunhinde Falls. It’s quite a way to walk which you could do by bus as the way is not very interesting. So I took the bus for the way back. Really beautiful is the last bit before you reach the falls. You go through the woods, up and down a lot of steps and reach an amazing scenery in the end.

Now from my personal favourite to my biggest flop. I went from Ella to Nuwara Eliya. Everyone said this is an awesome place and I needed to go there. Maybe I was just having bad luck because it kept raining all the time, it was cold and wet and I did not get a feeling for this place. I didn’t like it. On the contrary I did not feel it was very welcoming nor likeable place. At least I had some really good company there. I did not want to stay there any longer so I did decide not to do the Horton Plains and World’s End (a cliff in the national park). Also because I did not want to hike there while it was raining cats and dogs. This was why I took the Bus to Tangalle the next morning which was the best thing I could have done. But more about this in my next report.

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Von | 2017-04-02T18:17:15+00:00 5. November 2015|Reisetagebuch, Unterwegs|11 Kommentare

11 Kommentare

  1. Andrea 5. November 2015 um 22:31 Uhr- Antworten

    Hach Nessa, dein Reisebericht ist sooooo toll! Ich genieße jeden Satz und insbesondere jedes einzelne Foto! Am Ende sagen Bilder ja doch mehr, als Tausend Worte 🙂

    Und ich weiche langsam aber sicher weit von meinem Traumreiseziel Nepal ab. Allein schon, weil das Gepäck auf Sri Lanka witterungsbedingt sicher sehr viel leichter ist…

    Hoffentlich folgen noch gaaaanz viele Teile, und noch mehr Fotos! <3

    • Vanessa
      Vanessa 7. November 2015 um 10:40 Uhr- Antworten

      Dankeschön 🙂 Für mich ist es auch toll mir das alles nochmal in Erinnerung zu rufen. Tatsächlich kann ich mich an jedes Detail erinnern und obwohl ich ein Reisetagebuch geschrieben habe, habe ich das für die Berichte noch kein einziges Mal gebraucht. Nepal steht auch auf meiner imaginären Liste, habe einige Leute getroffen die sehr begeistert waren, aber so für meinen Einstieg war Sri Lanka glaube ich perfekt. Bei viel Gepäck bietet es sich an zu zweit zu gehen, denn einige Dinge braucht man ja nur in einfacher Ausführung (Reiseapotheke zum Beispiel).

  2. Katharina 6. November 2015 um 2:16 Uhr- Antworten

    Danke für einen weiteren Bericht mit schönen Fotos, ich freu mich schon auf den nächsten Teil! 🙂

    Dass einen die Alpen plötzlich nicht mehr so vom Hocker reissen, kenn ich, allerdings war es bei mir nach einem Trailritt mit kanadischen Freunden durch die Rocky Mountains. Danach kamen mir die Berge daheim plötzlich klein und ungefährlich (hauptsächlich wegen der fehlenden Grizzlybären, ggg) vor 😀 Und leider hatte ich damals keinen Fotoapparat mit…

    • Vanessa
      Vanessa 7. November 2015 um 10:38 Uhr- Antworten

      Wow, ja dass die Rocky Mountains noch beeindruckender sind glaube ich sofort!

  3. Tobias 6. November 2015 um 22:49 Uhr- Antworten

    Es ist wirklich toll deinen Blogg zu lesen! Ich komme eher aus dem Flachen land und war im August auch in Kanada. Sehr beeindruckend. Aber nächstes Jahr werde ich es mal mit Myanmar versuchen, Südostasien war ich bis her noch gar nicht und dein Blogg macht mir wirklich lust darauf! Eine frage bearbeitest du deine Fotos eigentlich?
    Jetzt muss ich dir noch ein Kompliment hier lassen, du hast wirklich Traumhafte haare, die Frisuren die du so zauberst sind der absolute Hammer!

    Weiter so!
    Gruß

    Tobias

    • Vanessa
      Vanessa 7. November 2015 um 10:37 Uhr- Antworten

      Das freut mich sehr. Ich habe nach diesem Trip auch eine ziemlich lange „Wunschliste“ mit vielen Ländern in Südostasien. All die Leute denen man begegnet und jeder erzählt was tolles aus einem anderen Land. Wie soll man sich da entscheiden? Genau, überhaupt nicht. Einfach weiter reisen 🙂 Myanmar klingt auch super spannend, vielleicht denkst du ja dann dran mir zu erzählen wie es war!
      Und für gewöhnlich bearbeite ich meine Bilder nicht, ich drehe vielleicht etwas an Kontrast oder Helligkeit, bei den Frisuren schneide ich Bilder zusammen, aber sonst ist alles so wie es aus der Kamera kommt. Die Urlaubsbilder habe ich nicht mal zugeschnitten 😀
      Und Dankeschön 🙂

  4. Susa 7. November 2015 um 9:27 Uhr- Antworten

    Toller Bericht! (wie auch schon die Teile davor) Ich bekomme schon Fernweh, aber es ist doch auch ein schönes Gefühl.

    Ich denke, im dritten Absatz meinst die „saftig grüne Flora“ 😉 Die Fauna ist die Tierwelt 🙂

    • Vanessa
      Vanessa 7. November 2015 um 10:32 Uhr- Antworten

      Oh Gott ja natürlich. Da hat wohl jemand vor lauter Text den Überblick verloren… Geh das mal anpassen 😀

  5. Freya 8. November 2015 um 14:15 Uhr- Antworten

    Translation, yay! 🙂 Thank you very much for it, it’s probably was a lot of work!

  6. Lenja 9. November 2015 um 21:50 Uhr- Antworten

    Klingt echt toll deine Reise! Wen konntest du denn immer zum Fotografieren (vorallem von hinten) überreden?
    Hast du unterwegs eigentlich viel Kontakt mit daheim gehalten? Oder mussten die oft lange Warten bis zu einem Lebenszeichen von dir?
    Freue mich auf den nächsten Bericht 🙂

    • Vanessa
      Vanessa 9. November 2015 um 21:54 Uhr- Antworten

      Zu den Fotos gibt es mehrere Antworten: erstens war ich ja wie bereits geschrieben effektiv nur wenig Zeit wirklich alleine, dann fragt einen keiner wieso man vor so einem Panorama ein Bild will bei dem man in die Ferne schaut, ich habe also oft einfach andere Leute gefragt. Und dritte Möglichkeit war ein Stativ, der Luxusgegenstand den ich mir im Gepäck gegönnt habe 😉
      Kontakt halten war sehr einfach, WLAN gab’s quasi überall und ich hate für die Zeit auch eine SIM Karte gekauft – Whatsap und Co. machen da den Kontakt nach Hause super einfach. Das mobile Internet ist dort zigach besser als hier! War auch iene Bedingung meiner Mama – regelmäßige Lebenszeichen und war praktisch zum orientieren und so.

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